Was Sie schon immer über Erkältung wissen wollten!28 July 2015

Erkältungshusten

Husten ist ein lebensnotwendiger Reflex des Körpers und dient dem Schutz der Atemwege. Dringen Fremdkörper, etwa beim Verschlucken, in die Atemwege ein, werden sogenannte Hustenrezeptoren gereizt. Diese senden ein Warnsignal an das Hustenzentrum und ein Husten kann in Gang gesetzt werden. Das geht in Sekundenschnelle. Heftig aber effizient wird auf diese Weise jeglicher Eindringling herausgeschleudert.

Neben dem Husten stehen der Lunge noch andere Mechanismen zur Verfügung, sich sauber bzw. steril zu halten. So gelingt die gründliche Reinigung durch eine fortwährende Bildung bestimmter Sekrete. Diese werden durch eine kreisende Bewegung von Flimmerhärchen, die in den Bronchien sitzen, in Richtung Rachen transportiert und dann unbemerkt verschluckt. 

Bei einer Erkältung dringen Viren in die Schleimhäute der Atemwege ein. Das Immunsystem wird alarmiert und eine Entzündung ist die Folge.

Die gereizten Schleimhäute reagieren nun besonders empfindlich. Allein ein Atemzug kann schon ausreichen und einen Husten auslösen. Dieser Husten hat keinerlei Reinigungsfunktion und wird deshalb auch als trocken oder Reizhusten bezeichnet. Mit jedem Hustenstoß wird die bereits angegriffen Schleimhaut noch weiter gereizt, so können richtige Hustenattacken entstehen.

Im Rahmen der Entzündung wird zunehmend ein zäher Schleim gebildet, der die natürlichen Reinigungsmechanismen der Atemwege behindert. Um die Bronchien davon zu befreien, wird ein sogenannter produktiver Husten ausgelöst. Ihm kommt eine Reingigungsfunktion zu, denn er geht mit Auswurf einher.

Man unterscheidet somit zwei Hustenarten: den trockenen Reizhusten und den produktiven Husten, der auch verschleimter Husten genannt wird.

Ein typischer Erkältungshusten verläuft in drei Phasen, die unterschiedlich behandelt werden müssen:

  • Setzen sich Erkältungsviren in den Atemwegen fest, führt das zu einer Entzündung der Schleimhäute. Entzündungsbotenstoffe reizen dabei Hustenrezeptoren mit der Folge, dass zuerst ein Reizhusten ausgelöst wird. Dieser Husten ist trocken, das bedeutet, es wird (noch) kein zäher Schleim gebildet. Reizhusten ist also ohne Auswurf und hat daher keinerlei Funktion.

  • Nach zwei bis drei Tagen geht der trockene Reizhusten in einen produktiven (verschleimter) Husten über. In den Atemwegen hat sich im Zuge der Entzündung ein zäher Schleim gebildet und angesammelt, der nun abgehustet werden muss. Der Husten übernimmt jetzt die Reinigungsfunktion, da die übrigen Reinigungsmechanismen aufgrund der Entzündung zum Erliegen gekommen sind. Nach sieben Tagen ist der produktive Husten meist vorüber.

  • In der Abheilungsphase sind die Schleimhäute oft noch so überempfindlich, dass erneut ein trockener Reizhusten entsteht, der bis zu acht Wochen andauern kann.
Bei trockenem Reizhusten empfiehlt sich ein Hustenstiller (z.B. Silomat, rezeptfrei in der Apotheke); wird zäher Hustenschleim gebildet, ein Hustenlöser (z.B. Mucosolvan, rezeptfrei in der Apotheke).

Trockener Reizhusten

Reizhusten

Trockener Husten oder Reizhusten lässt den Körper einfach nicht zur Ruhe kommen: Tagsüber ist er kraft- und nervenaufreibend und nachts raubt er den erholsamen Schlaf.

Produktiver Husten

Produktiv wird der Husten genannt, wenn etwa bei einer Erkältung vermehrt zäher Hustenschleim in den Bronchien gebildet wird.